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Paddeln in OWL – Gefährlicher Sport oder Vergnügen für Jedermann
Durch den bedauerlichen Kanu-Unfall auf der Emmer stellt sich, wie bei jedem vorangegangenen Vorfall, aufs Neue die Frage, ob Paddeln tatsächlich ein ungefährlicher Freizeitsport ist.
Allgemeines Risiko
Wie jede Natursportart gelten auch für den Kanusport gewisse Grundregeln, bei deren Beachtung die Sportart gefahrlos ausgeübt werden kann.
Hierzu gehört vor allem, dass die Auswahl der Kanutour an die eigenen Fähigkeiten angepasst werden sollte. In der Regel finden Kanutouren bei wärmeren Außentemperaturen statt. Die Flüsse der Region können bei normalen Wasserständen auch von Ungeübten für eine gemächliche Wanderfahrt genutzt werden.
Wer noch nie mit einem Kanu unterwegs gewesen ist sollte sich vor einer Tour unbedingt bei den örtlichen Kanuvereinen oder Kanuveranstaltern über eine geeignete Strecke informieren und sich auf die Begleitung und den Rat erfahrener Kanuten verlassen. Insbesondere sollten Gefahrenstellen, wie Wehranlagen etc., bekannt sein. Für alle Kanutouren gibt es auch geeignetes Kartenmaterial.
Für den eigenen Schutz ist eine Schwimmweste lebenswichtig. Jedes Jahr sterben auf deutschen Flüssen und Seen Menschen bei zum Teil tragischen Unfällen mit dem Kanu. In den meisten Fällen hätte der Ausgang der Unfälle nicht tödlich enden müssen, wenn die Personen Schwimmwesten getragen hätten.
Besonderes Risiko durch Hochwasser
Wie viele andere Flüsse führt auch die Emmer durch die mit den milden Temperaturen
verbundene Schneeschmelze Hochwasser. Selbst sonst zahme Wiesenbäche können bei hohem Wasserstand zu reißenden Flüssen werden. Eine Kanutour bei Hochwasser setzt immer besondere Paddelkenntnisse voraus, da auch bekannte Strecken bei Hochwasser völlig andere Gefahrenstellen aufweisen als bei normalen Wasserständen. So spült die starke Strömung unter im Wasser hängenden Zweigen hindurch; an überfluteten Weiden werden Stacheldrahtzäune zu gefährlichen Fallen; Brücken, die bei normalen Wasserständen problemlos unterfahren werden können bilden unüberwindbare Hindernisse und so weiter.
Wer trotzdem aufs Wasser möchte sollte ein absolut sicherer Kanufahrer sein und sein Boot auch im Wildwasser beherrschen können. Die richtige Ausrüstung (Schwimmweste, Kälteschutz und Auftriebskörper fürs Boot) ist dabei ebenso selbstverständlich wie Rettungsmaterial (z.B. Wurfsack). Der Streckenabschnitt sollte gut bekannt sein, gegebenenfalls sollten Sie schwierige Stellen vor der Fahrt vom Ufer aus begutachten. Niemals sollten Sie allein aufs Wasser gehen, sondern immer sicher stellen, dass eine kompetente Begleitung dabei ist, die im Notfall Hilfestellung leisten kann.